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2. TEN.-Convention am 02.02.2017

„Schlafende Schönheit“: Deutschland verdient mehr digitale Vernetzung im Gesundheitswesen

Anlässlich der 2. TEN.-Convention trafen sich Entscheider der Gesundheitsbranche in Heidelberg, um über digitale Technologien im Gesundheitswesen zu diskutieren

Sie erinnern an die Medikamenteneinnahme oder das Messen des Blutzuckerspiegels. Richtig eingesetzt, entlasten sie den Arzt bei Diagnose und Behandlung. Apps und andere digitale Werkzeuge können Versorgung in vielen Feldern verbessern. Doch die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen komme zu langsam voran, findet Steffen Hehner, Senior Partner und Leiter der deutschen Pharma- und Healthcare Sparte bei McKinsey & Company, anlässlich der 2. Convention „TEN. – The E-Health Network“ in Heidelberg. Zwar solle das E-Health-Gesetz die Entwicklung der digitalen Infrastruktur in Deutschland fördern, andere Länder wie Schweden seien jedoch bereits deutlich weiter. „Um den Anschluss nicht zu verlieren, müssen wir genau jetzt die immensen Chancen der digitalen Transformation nutzen“, so Hehner. Daniel Gotthardt, Aufsichtsratsvorsitzender und Gründer der Gotthardt Healthgroup AG, glaubt, dass insbesondere in der Vernetzung und Nutzbarkeit der eingesetzten Softwarelösungen wesentliche Entwicklungsschritte gegangen werden müssen. Dann würden moderne Informationstechnologien es dem Arzt auch ermöglichen, mehr Zeit für den Patienten und seine Therapie zu haben.

Die Diskussion unter den TEN.-Teilnehmern ergab, dass weitere Weichen zur digitalen Zukunft gestellt werden müssen. Dabei tue sich ein Widerspruch auf: Zwar sei Deutschland ein „Vorreiter in nachhaltigen Modellen“, gerade was die Bedeutung des Datenschutzes angehe, aber durch die mangelnde Vernetzung eben auch ein „Spätzünder mit Ladehemmungen“. Zwei Drittel der TEN.-Teilnehmer, darunter praktische Ärzte, Wissenschaftler, Vertreter der Industrie und der Selbstverwaltung, glauben dennoch, dass die „schlafende Schönheit“ bald unter Mitwirkung der Politik erweckt werde. „Die nächste Bundesregierung wird den Telematik-Zug befeuern“, so das Ergebnis der Live-Umfrage während der Veranstaltung. Zu den Teilnehmern zählten auch dieses Mal Experten wie Professorin Annegret Kuhn, Leiterin des Interdisziplinären Zentrums für Klinische Studien der Universitätsmedizin Mainz, und Professor Guido Adler, Leitender Ärztlicher Direktor am Uniklinikum Heidelberg, sowie Frank Gotthardt, Gründer und Vorstandsvorsitzender der CompuGroup Medical SE.

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